CH Open Source Awards 2014

Gewinner CH Open Source Awards 2014

Die Würfel sind gefallen: Aus den dreiundzwanzig eingegebenen und neun nominierten Projekten sind vier mit einem CH Open Source Award ausgezeichnet worden. Die Gewinner sind das Projekt OpenELEC Media Center, das CMS Framework Symfony CMF und das Geoportal des Bundes mit map.geo.admin.ch V3. Ein Spezialpreis geht an Kern Sibbald, dem Autodesk Mitgründer und Hauptentwickler der freien Backup-Lösung Bacula.

Die CH Open Source Awards zeichnen Unternehmen, öffentliche Stellen, Open Source Communities und Einzelpersonen aus, die sich durch Entwicklung oder Nutzung von Open Source Software auf vielfältige Art und Weise innovativ und mutig verhalten haben. Dieses Jahr wurden erstmalig auch ausländische Open Source Projekte ausgezeichnet.

Die OSS Awards 2014 wurden am Mittwoch, 8. Oktober 2014 in Bern im Rahmen des Open Source Business Forums verliehen. An dieser Tagung zeigten Informatik-Experten der Deutschen Telekom, Swiss Re, Swisscom, green.ch, Visana, Rieter und weiteren Firmen, wie sie Open Source Software im professionellen Umfeld einsetzen. Ausserdem wurde in der Schweiz erstmalig das renommierte Open Invention Network vorgestellt. Dieses weltweite Industrie-Konsortium erwirbt Softwarepatente um Linux und andere Open Source Projekte vor Patent-Trollen zu schützen. Seit dieser Woche ist auch die Swiss Open Systems User Group /ch/open Mitglied des Open Invention Network.

Zu den Gewinnern der CH Open Source Awards 2014:

OpenELEC ist ein auf vollständig freier Software basierendes Mediencenter, welches sich perfekt für Home-Cinema Systeme eignet. Mit der Bereitstellung einer optimierten Version für die Raspberry Pi Hardware wurde es einer breiten Benutzerschicht zugänglich und hat über 200’000 aktive Nutzer. Der aus Deutschland stammende Entwickler Stefan Raue hat einen grossen Teil der ab 2007 stattfindenden Entwicklung in der Schweiz gemacht. Er lebt und arbeitet aktuell in Deutschland. OpenELEC beweist, dass die Kombination von freier Software mit günstiger, ebenfalls offener Hardware ein enormes Potential hat.

Mit Symfony CMF kann einfach CMS Funktionalität an Applikationen hinzugefügt werden, welche das beliebte PHP Komponentenframework Symfony verwenden. Symfony CMF entstand 2010 an einem Hackday an der ETH und wird durch die Firma Liip AG in Zürich entwickelt. Das Projekt hat sich zu einem erfolgreichen Open Source Projekt gemausert mit aktuell zwölf aktiven Entwickler weltweit. Eine der prominentesten Nutzer der Plattform in der Schweiz ist joiz.ch. Symfony CMF zeigt, dass auch in der Schweiz neue Open Source Projekte mit internationaler Ausstrahlung entstehen können.

Mit der im Januar 2014 gestarteten Version 3 von map.geo.admin.ch ging das Schweizer Geoportal neue Wege: Um die gewünschten Anforderungen an die Plattform erfüllen zu können, wurde in einer Crowdfunding-Aktion rund 400’000 USD gesammelt. Damit wurde die neue Version 3 von OpenLayers finanziert, welche verwendet wird um das Kartenmaterial im Webbrowser darzustellen. Durch die gezielte Weiterentwicklung von bestehender, freier Software hat das Geoportal nicht nur den den Nutzen für sich selber, sondern auch für alle anderen Anwender von OpenLayers massiv erhöht.

Der Spezialpreis „Champions in Open Source“ geht an Kern Sibbald. 1961 hat Kern als Student der University of California sein erstes Programm geschrieben. Zwanzig Jahre später war er einer der Gründer von Autodesk und Mitentwickler von AutoCAD. Um deren Europageschäft aufzubauen, zieht er Anfang der Neunzigerjahre in der Schweiz, wo er bis heute lebt. Statt sich danach pensionieren zu lassen startet Kern die Entwicklung von Bacula, der bis heute einzigen Quelloffenen und professionellen Backup-Lösung für verschiedenste Betriebssysteme und Backup-Hardware. Für den professionellen Support gründet Kern 2008 die Schweizer Firma Bacula Systems, deren CTO er bis heute ist. Open Source ist keine Altersfrage, den Beweis hat Kern Sibbald klar geliefert!

Die folgenden neun Eingaben wurden durch die Jury nominiert:

  • cdistDas clevere Python Konfigurationsmanagement-System für kleine und grosse IT-Umgebungen.
  • hitobitoDie Ruby on Rails Webapplikation für die Verwaltung von Mitgliedern, Events und mehr.
  • jOOQ: Java Object Oriented Querying erweitert Java mit praktischer Sprache für SQL-Abfragen.
  • SilicoinEine Bitcoin-Miner, der auf Energie-effizienter Hardware läuft.
  • Symfony CMFEinfach CMS-Funktionalitäten bei Symfony2-basierten Anwendungen hinzuzufügen.

Organisiert wurde das Open Source Business Forum und die Preisverleihung der OSS Awards 2014 durch die Swiss Open Systems User Group /ch/open und die Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern. Unterstützt wurde die Durchführung der OSS Awards und des Anlasses durch die Sponsoren Magnoliamimacom agNine Internet Solutions AGPuzzle ITC GmbHsnowflake productions gmbh und SUSE Linux Schweiz.