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Interview mit Bart van Leeuwen

Translated from English

@semanticfire

Bart van Leeuwen ist seit 20 Jahren bei der Feuerwehr Amsterdam und Datenspezialist. Als Gründer von Netage B.V. liefert er Smart Data für Smartere Feuerwehreinheiten auf der ganzen Welt. Zudem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Vrije Universtiteit in Amsterdam, wo er an der der Kombination von Wissensmanagement und Notfallmassnahmen forscht und lehrt.

 

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Was ist deine größte Angst?

Ich fürchte, dass mir als Feuerwehrmann, jemandem vom Team oder den Menschen, denen wir helfen wollen, etwas passiert und dass wir erst danach herausfinden, dass wir das hätten verhindern können, wenn wir nur die richtigen Informationen gehabt hätten.

 

Wie können offene Daten- und Wissensgraphen dieses Problem lösen?

Die Verfügbarkeit von Daten und offenen Daten kann den Informationsstand der Feuerwehren nicht nur auf operativer Ebene, sondern auch bei der Vorbereitung und Prävention verbessern. Feuer ist nie ein Thema, das nur eine einzige Institution betrifft - die Menschen, die am ehesten durch Feuer Schaden erleiden, interagieren auch häufiger mit anderen Behörden. Da unser Beruf auf Wissen und Erfahrung basiert, brauchen wir Systeme, die den Austausch von Wissen unterstützen. Nicht nur innerhalb der Feuerwehr, sondern vor allem mit den anderen Institutionen, um ein sicheres Lebensumfeld für die Menschen zu gewährleisten, denen wir dienen.

 

Wie können Behörden und andere Datenbesitzer diese Bemühungen mit den von ihnen erfassten Daten unterstützen?

Um den Wissensaustausch zwischen den Instituten zu verbessern, ist ein zuverlässiges Verzeichnis der Informationen erforderlich. Regierungsbehörden, welche die Hoheit über Informationen haben, sollten eine Reihe von persistenten Identifikatoren für die von ihnen verwalteten Einheiten führen, z.B. z.B. Bauregister für Gebäude oder Unternehmensregister für Unternehmen. Das hilft anderen Institutionen, sowohl staatlichen als auch privaten, sich auf diese Identifikatioren zu beziehen. Durch die Verwendung dieser verwalteten persistenten Identifikatoren können sich Datensätze, sowohl offene als auch geschlossene (!), auf dieselbe Entität beziehen und so die Generierung von Verknüpfungen und Wissen ermöglichen. Man kann sich dies vorstellen wie ein soziales Netzwerk für offene Daten.

 

Es gibt mehrere Diagrammdatenbanken da draußen, warum habt ihr euch für den W3C RDF-Stack entschieden?

Der W3C RDF-Stack baut auf dem Konzept von persistenten Identifikatoren auf, angelehnt an das Konzept von Links für Webseiten. Im Gegensatz zum Web wird dabei nicht ein ganzes Dokument mit einem Link versehen, sondern jede einzelne Information.

Die Idee, Links als ständige Identifikatoren zu verwenden, macht die vorher erwähnte Verknüpfung und Kombination von Daten einfach.

Ausserdem bietet der W3C RDF-Stack eine ganze Reihe von Standards, welche es ermöglicht, dieselbe Technologie in Produkten von verschiedenen Herstellern zu nutzen, ein Vendor-Lock-In kann somit vermieden werden. Behörden können sich somit ganz auf die Veröffentlichung von Daten in RDF konzentrieren, ohne sich in technischen Abhängigkeiten zu verlieren.